ARGE Gentechnik-frei: Europäisches Parlament muss Mindeststandards bei Neuer Gentechnik sicherstellen

Transparenz, Rückverfolgbarkeit, Kennzeichnung und Schutz vor Patenten waren bereits seit 2024 wichtige Forderungen des Europäischen Parlaments – Wahlfreiheit für Konsument:innen und hohe Qualität österreichischer Lebensmittel bewahren!

Nach der gestrigen Abstimmung im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments (ENVI) fordert die ARGE Gentechnik-frei die Abgeordneten des Europäischen Parlaments auf, bei der Plenarabstimmung am 17. Juni Transparenz, Rückverfolgbarkeit, Kennzeichnung und den Schutz vor Patenten bei Neuer Gentechnik sicherzustellen.

Da der Umweltausschuss den Ratsstandpunkt vom 21. April 2026 nicht explizit abgelehnt hat, kam es in weiterer Folge zu keiner Abstimmung über die große Zahl der von unter­schiedlichen EP-Fraktionen eingebrachten Abänderungsanträge. Damit bleiben zentrale Anliegen von Konsument:innen, Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft ungelöst.

Nun müssen die Europaabgeordneten zeigen, ob sie ihre eigene Position aus der ersten Lesung ernst nehmen“, erklärt Jens Karg, Senior Policy Advisor bei der ARGE Gentechnik-frei. Denn das Europäische Parlament hatte bereits 2024 deutlich gemacht, dass Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung entlang der gesamten Lebensmittelkette sowie wirksame Maßnahmen gegen die Patentierung von Pflanzen und Saatgut unverzichtbare Bestandteile einer verantwortungsvollen Regulierung der Neuen Gentechnik sind.

Am Mittwoch wird sich zeigen, ob das Parlament Wahlfreiheit, Transparenz und faire Wettbewerbsbedingungen verteidigt. Der vorliegende Entwurf ignoriert die berechtigten Interessen von Konsument:innen, Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft. Ohne verpflichtende Kennzeichnung von Neuer und Alter Gentechnik in Lebensmitteln gibt es keine Transparenz und damit keine Wahlfreiheit bei Produktion und Einkauf,“ so Jens Karg.

Die Marktforschung belegt: Konsument:innen sehen Gentechnik in ihrem Essen sehr kritisch und wollen bei ihrem Einkauf auch in Zukunft die bewusste Wahl für Gentechnik-freie Lebensmittel treffen können. Daher braucht es Transparenz und klare Kennzeichnung. Lebensmittel „Ohne Gentechnik“ sind ein wertvolles Markenzeichen für österreichische Produkte und ein wichtiger Faktor auf dem Heimmarkt ebenso wie im Export. „Wir erwarten, dass die Politik die hohen österreichischen Lebensmittelstandards weiterhin schützt und eine Gentechnik-freie Produktion auch künftig ermöglicht,“ so Jens Karg.

Die ARGE Gentechnik-frei wird die Abstimmung im Europäischen Parlament aufmerksam verfolgen und unmittelbar nach Vorliegen des Ergebnisses Stellung nehmen.

Weitere Informationen
Jens Karg
Senior Policy Advisor, ARGE Gentechnik-frei
j.karg@gentechnikfrei.at
Tel: 0699-15074652