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Cibus/Raps Methode: Weltweit erstes Open-Source-Nachweisverfahren

Im September 2020 haben die ARGE Gentechnik-frei, VLOG e.V. und NGOs aus USA und Neuseeland mit Unterstützung der Handelskette SPAR die weltweit erste Open-Source-Nachweismethode für eine Pflanze vorgestellt, deren Erbgut mit einem Verfahren der „Neuen“ Gentechnik (Genome Editing) verändert wurde. Entwickelt wurde der Test vom Wissenschaftler John Fagan (HRI Labs).

Der Cibus/Raps Detection Test dient dem Nachweis einer gentechnisch veränderten Rapssorte, die mit Hile von Genome Editing hergestellt wurde. Sie widerlegt die Behauptungen der Gentechnik-Industrie und einiger europäischer Behörden, dass mittels „Neuer“ Gentechnikverfahren hergestellte Nutzpflanzen zumeist nicht von natürlich gezüchteten unterschieden und daher nicht nach geltendem EU-Gentechnikrecht reguliert werden können. VLOG e.V. und ARGE Gentechnik-frei forderten die österreichische Bundesregierung auf, das neue Open-Source-Nachweisverfahren unverzüglich in der Lebensmittelkontrolle einzusetzen, um eine illegale Kontamination von Importen mit neuen Gentechnik-Pflanzen zu verhindern.

Hinter den Begriffen “Neue Gentechnik” oder „Genome-Editing“ verbergen sich neue gentechnische Verfahren, über die neue Merkmale bei einer Pflanze herbeigeführt werden können, ohne fremdes genetisches Material (Erbgut) dauerhaft einzuschleusen. Das bekannteste Verfahren ist CRISPR-Cas. Neben den beabsichtigten Veränderungen verursacht Genome Editing allerdings auch unbeabsichtigte Veränderungen des Erbguts, die die Sicherheit der Produkte für Mensch und Umwelt beeinträchtigen können. Die langfristigen Gesundheits- und Umweltauswirkungen von Genome-Editing-Pflanzen sind bis dato bei weitem noch nicht ausreichend untersucht.

Bislang wurden zwei mit Genome Editing hergestellte Pflanzen zur Marktreife geführt: Der SU Canola (Raps) der US-Firma Cibus und eine Sojabohne mit verändertem Ölgehalt (High Oleic Soya) der US-Firma Calyxt. Beide Produkte werden bisher ausschließlich in Nordamerika angebaut.

Mit dem neuen Detection Test wird eine herbizid-tolerante Rapssorte nachgewiesen, die mit Hilfe eines Verfahrens der „Neuen“ Gentechnik entwickelt wurde. Der Nachweis ermöglicht es den EU-Mitgliedsstaaten, entsprechende Kontrollen durchzuführen und so zu verhindern, dass die in der EU nicht zugelassene Nutzpflanze illegal in die Lebens- und Futtermittelketten der EU gelangt.

Die neue Nachweismethode ist ein Meilenstein für den Schutz von Konsument*Innen, Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft in der EU. Die Behörden haben nun die Möglichkeit, neue nicht zugelassene gentechnisch veränderte Pflanzen auch tatsächlich als solche zu identifizieren. Dies erlaubt es Herstellern und Vermarktern auf allen Ebenen – von Imkern über Landwirte, Züchter bis hin zur Futter- und Lebensmittelwirtschaft – ihre Lieferketten von diesen neuartigen gentechnischen Organismen freizuhalten und somit die wachsende Nachfrage der Konsument*innen nach gentechnik-freien Lebensmitteln auch langfristig zu erfüllen.