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Österreich will Soja-Importe bis 2030 um die Hälfte reduzieren

Eiweiß ist unersetzbares Element in der menschlichen Ernährung und in der Tierfütterung. Österreich ist Vorreiter bei der Eigenversorgung mit pflanzlichem Eiweiß aus Soja-Anbau und bereits jetzt fünftgrößter Soja-Produzent Europas. Um die Abhängigkeit von Importen weiter zu reduzieren, wurde auf Initiative von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger eine neue Österreichische Eiweiß-Strategie erarbeitet.

Im Rahmen eines Gipfels mit Vertretern aus Landwirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft wurde am 12. Juli 2021 die neue Strategie vorgestellt und Maßnahmen diskutiert. Ministerin Köstinger lobt den Sojaanbau in Österreich Sojabohnen als echte Erfolgsgeschichte: Österreich ist fünftgrößter Soja-Produzent in der EU; seit 2010 haben sich die Anbauflächen mehr als verdoppelt. Das Ziel ist, die heimische Soja-Produktion weiter auszubauen und die Importe bis ins Jahr 2030 um die Hälfte zu reduzieren. Dabei geht es einerseits um die Eigenversorgung, andererseits auch um den Klimaschutz. Denn der regionale Anbau von Eiweißpflanzen trägt zur Ernährungssicherung bei, verringert den Importbedarf und schützt das Klima. Darüber hinaus bedeuten weniger Importe von Soja aus Südamerika mehr Schutz für die Regenwälder und weniger Raubbau an Natur und Umwelt.

Die österreichische Eigenversorgung mit pflanzlichem Eiweiß für die Fütterung liegt derzeit bei über 80 Prozent. Im Sojaanbau ist Österreich auf der Überholspur: Seit 2010 wurde die Anbaufläche mehr als verdoppelt – heuer bereits mehr als 75.000 Hektar. Erfreulich ist auch der hohe Bioanteil von fast 40 Prozent. 2019 und 2020 betrug die Erntemenge mehr als 200.000 Tonnen Sojabohnen. In Österreich ist der Anbau zur Gänze Gentechnik-frei. 50 Prozent der österreichischen Sojaproduktion werden direkt für die menschliche Ernährung verwendet; der Rest wird in Futtermitteln verarbeitet.

Dennoch ist Österreich nach wie vor von Importen abhängig: rund 500.000 Tonnen Sojabohnen und Sojaschrot pro Jahr. Der Großteil der importierten Soja geht in die Schweinemast.

In den letzten Monaten fand auf den internationalen Märkten eine wahre Explosion der Soja-Preise statt – speziell bei Gentechnik-freier Soja. Diese kostet derzeit rund doppelt so viel wie noch im Herbst 2020. Schuld daran: geringere Ernten, wachsende Nachfrage – z.B. auch aus dem riesigen chinesischen Markt, sowie verstärkte Nachfrage nach Gentechnik-freier Soja für die wachsende Produktion in Europa. Entscheidend sind daher auch, dass Konsument*innen bereit sind, auch Mehrkosten für Qualitätsprodukte mit hochwertigem heimischem oder europäischem Eiweiß zu tragen. Die Kosten dafür können nicht alleine von Landwirt*innen oder der öffentlichen Hand getragen werden, sondern müssen mittel- bis langfristig vom Markt abgegolten werden.

Die erarbeitete Eiweiß-Strategie enthält drei Schwerpunkte: 1) die Steigerung der Anbauflächen und damit die Forcierung des Anbaus von heimischen Eiweißfuttermitteln. 2) die Reduktion von Eiweiß in der Fütterung. Wenn es gelingt, weniger Eiweiß in der Fütterung einzusetzen, so bedeutet das weniger Sojabedarf, weniger Stickstoff im Wirtschaftsdünger, weniger Belastung des Grundwassers, weniger Ammoniak-Emissionen und damit auch erheblich weniger Geruch. Der 3. Schwerpunkt betrifft den Aufbau der Absatzmärkte und die dauerhafte Abgeltung der Mehrkosten für europäisches Eiweiß durch die Marktteilnehmer bzw. Konsument*innen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://info.bmlrt.gv.at/service/presse/landwirtschaft/2021/koestinger-stellt-eiweissstrategie-vor.html