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Europas Lebensmittelhandel fordert klare Regulierung der Neuen Gentechnik

Führende Unternehmen des europäischen Lebensmittelhandels (LEH), darunter große internationale Marken und zahlreiche nationale Händler und Biomärkte, fordern in der am 26. Mai 2021 veröffentlichten „Retailers‘ Resolution: European Retailers Take a Strong Stand Against Deregulating New GMOs“ die strenge Regulierung aller gentechnisch veränderter Organismen (GVOs) auf dem europäischen Markt beizubehalten.

Eine der Kernforderungen der Resolution: Die aktuell gültige EU-Gentechnikgesetzgebung – mit Vorsorgeprinzip, Risikobewertung und klaren Anforderungen an Transparenz als wesentlichen Eckpfeilern – soll auch weiterhin für neue GVOs angewendet werden. Neue GVOs müssen genauso reguliert bleiben wie alte GVOs. Demnach müssen Vorsorgeprinzip, Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung auch beim sogenannten „Genome Editing“ gewährleistet sein. Dies gelte für Produkte der „Alten Gentechnik“ (primär Soja, Mais, Raps) genauso wie für solche, die mit Verfahren der „Neuen Gentechnik“ wie z.B. Crispr/Cas oder Talen hergestellt werden.

Die Lebensmittelhändler geben mit der Retailers´ Resolutionihrer großen Besorgnis Ausdruck, dass die EU-Kommission dem jahrelangen massiven Druck der Biotech- und Saatgut-Lobby nachgeben und eine Deregulierung für einige oder alle Verfahren der Neuen Gentechnik einleiten könnte. Die von der EU-Kommission am 29. April 2021 vorgelegte Veröffentlichung zur Stakeholder-Befragung weckt die Sorge, dass die bestehende Gesetzgebung aufgeweicht werden könnte und dadurch Produkte der Neuen Gentechnik ungetestet und unsichtbar in den europäischen Markt gelangen könnten.

Der gesamte österreichische Lebensmittelhandel und führende Unternehmen aus dem Großhandel stellen sich klar gegen eine mögliche Deregulierung, denn diese würde Transparenz und Rückverfolgbarkeit bei Lebensmitteln unmöglich machen. Mit denn’s, Hofer, Lidl Österreich, MPreis, Rewe (mit Billa & Penny), Spar, Top Team Zentraleinkauf und Unimarkt sowie mit den Großhändlern Metro und Transgourmet setzt sich Österreichs Handel für die Beibehaltung der EU-Gentechnikgesetze und für die Einbindung der Neuen Gentechnik in die Regulierung ein; als essenzielle Rahmenbedingung für die langfristige Absicherung der Gentechnik-freien bzw. der Bio-Produktion. Nicht verwunderlich: Ist doch der Anteil Gentechnik-freier bzw. Bio-Produkte am österreichischen Lebensmittelmarkt so hoch wie in keinem anderen EU-Mitgliedsstaat.

Die Retailers‘ Resolution wurde von folgenden Unternehmen unterzeichnet: ALDI Ungarn, ALDI Italien, ALDI NORD, ALDI SÜD, ALDI Suisse, Alnatura Deutschland, BioMarkt Verbund Deutschland, BNN Deutschland, Dennree GmbH Deutschland, Denn’s Biomarkt GmbH Deutschland, HOFER KG (Österreich), HOFER Slowenien, IGBM e.V. (Interessengemeinschaft BioMarkt e.V.), Lidl Österreich GmbH, Lidl Deutschland, Naturata Luxemburg, METRO Cash & Carry Österreich GmbH, MPREIS Warenvertriebs GmbH Austria, REWE Group Österreich, SPAR Österreichische Warenhandel GmbH, Synadis bio France, tegut … gute Lebensmittel GmbH, TOP-TEAM Zentraleinkauf GmbH, Transgourmet Österreich GmbH, Unimarkt Gruppe Österreich. Auch der Österreichische Handelsverband unterstützt die Retailers‘ Resolution.